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Die Geschichte

Geschichte vor Christus

Sogar die Bezeichnung Aramäer ist ihnen fremd. Doch man muss nicht lange suchen, um Informationen über die Geschichte und das Volk der Aramäer zu finden. Schlägt man das alte Testament auf, wird es über Sprache und Volk der Aramäer berichtet.

seit mehr als 3000 Jahre vor Christus leben zwischen Euphrat und Tigris

Weite Teile des Alten sowie des Neuen Testaments wurden ursprünglich in Aramäisch verfasst. Darüber hinaus lebten seit mehr als 3000 Jahren vor Christus die Aramäer zwischen Euphrat und Tigris in Mesopotamien „Aram-Nahrin“, dem biblischen Zweistromland. Heute ist Mesopotamien zwischen Syrien, Libanon, Irak und der Türkei aufgeteilt und existiert nicht mehr auf den heutigen Landkarten.

Wann genau sich die Aramäer in Mesopotamien niedergelassen haben und woher die ersten Siedler kamen, kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Nach dem Alten Testament ist die Urheimat der Aramäer „KIR“, das sich im südlichen Irak vermuten lässt. Erst Mitte des 3 Jahrtausends vor Christus läst sich die Geschichte der Aramäer konkreter bestimmen.

Aramäisch als Handelssprache

Die Aramäer gründeten viele Staaten und Königreiche und konnten sich durch Ihre, in vielen Bereichen hoch entwickelte Kultur, gegenüber größeren Völker (z.B. den Babyloniern, Chaldärn, Assyrer) behaupten. Im gesamten Orient, bis hin nach Asien und Indien, dominierten Sie den Handel und hatten viel Einfluss im gesamten Mittelmeerraum. Durch den prosperierenden Handel setzte sich Aramäisch schnell als Handelssprache durch. Das Volk der Aramäer wurde oft von anderen Völkern (Assyrer, Juden) angegriffen; meist ging es dabei um Handelsinteressen. Weil die zahlreichen aramäischen Stämmen oft zerstritten waren, gelang es nicht ein vereintes Königreich zu gründen. So waren sie leicht angreifbar.

Im Laufe der Jahrhunderte drangen kurdische und arabische Stämmen in das Land ein. Ihre massive Einwanderung drängte die Aramäer zurück. Seit dem die Aramäer das Christentum annahmen und verbreiteten wurden sie ständige verfolgt und vertreiben.

Geschichte nach Christus

Die Aramäer sind ein christliches Volk, hauptsächlich Syrisch-orthodox. Sie haben eine eigenständige Kultur und sprechen eine eigene Sprache, Aramäisch.

Die christliche Religion der Aramäer war ein wesentlicher Faktor für das tragische Schicksal eines der bedeutendsten Kulturvölker des Orients. Die erste christliche Gemeinde außerhalb Palästinas, in Antiochien, wurde von den Aramäer gegründet. Die Syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien, die sich aus dieser urchristlichen Gemeinde entwickelte, ist die erste aller christlichen Kirchen.

70er Jahre rund 80.000 Aramäer in Tur Abdin

Die meisten Aramäer lebten vor allem in Tur Abdin, im Südosten der Türkei, wo noch Anfang der 70er Jahre rund 80.000 Aramäer lebten. Sehr viele mussten aus ihren Heimatländern wegen politischer und religiöser Verfolgung fliehen. Um das traditionelle Siedlungsgebiet führen zwei Völker seit mehr als 20 Jahren einen blutigen Kampf – Türken und Kurden.

Krieg zwischen Kurden und den Türken

Durch den Krieg zwischen Kurden und dem Türkischen Militär sind die meisten der aramäischen Dörfer entweder von Kurden besetzt oder vom türkischen Militär zerstört. In den übrigen Landesteilen gewinnen die wiedererstarkten, fundamentalistischen Moslems immer mehr an Einfluss und versuchen eine Staatsform zu etablieren, die keine Toleranz gegenüber christliche Minderheiten kennt.

Auswanderungswelle aus dem Kerngebiet

Durch Verfolgungen, Ermordungen und staatliche Unterdrückung sowie durch regelmäßige und systematische Übergriffe der benachbarten fanatischen Moslems, ist es zu einer Auswanderungswelle aus dem Kerngebiet der Aramäer gekommen. Dieses führte dazu, dass nahezu alle in der Türkei lebenden Aramäer ihre Heimat verlassen haben. Rund 2.000, vor allem ältere Menschen, leben heute noch im Tur Abdin.

Flucht nach Europa

Ein großer Teil der Aramäer hat auf der Flucht vor Verfolgungen in den westlichen europäischen Ländern eine neue Heimat gefunden. Etwas über 150.000 Aramäer leben heute in Europa, davon rund 50.000 in Deutschland. Für sie gibt es kein Zurück mehr in die alte Heimat.